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Was muss man beim Austausch des VFD-E gegen einen MS300 beachten?
Die Delta VFD-E-Serie wird nicht mehr weitergeführt. Für neue Maschinen und den Austausch bestehender Frequenzumrichter empfehlen wir die Delta MS300-Serie.
Der MS300 ist keine Eins-zu-Eins-Kopie des VFD-E. Der Frequenzumrichter ist kompakter, unterstützt mehr Motortypen und verfügt über integrierte Funktionen, die beim VFD-E nur eingeschränkt oder optional verfügbar waren. Dazu gehören STO, USB, moderne Kommunikationskarten sowie die Unterstützung sowohl für IM- als auch für PM-Motoren.
Beim Austausch ist es wichtig, Abmessungen, Anschlüsse, Parameter und Kommunikation zu überprüfen, da diese abweichen können. Insbesondere bei bestehenden Maschinen ist es ratsam, nicht nur die Leistung und Spannung zu berücksichtigen.
Warum stellt Delta den VFD-E ein?
Der VFD-E war jahrelang ein kompakter Frequenzumrichter für einfache bis mittelschwere Anwendungen. Er eignete sich sehr gut für niedrige Leistungen, verfügte über ein IP20-Gehäuse, modulare Erweiterungen und eine integrierte SPS-Funktion für einfache Kontaktplanlogik.
Was kann der MS300 besser als der VFD-E?
Kompaktere Bauweise
Der MS300 ist um bis zu 40 % kleiner gebaut als frühere Frequenzumrichter. Das ist praktisch beim Schaltschrankbau, bei Nachrüstungen und bei Maschinen, bei denen der Platz im Schaltschrank begrenzt ist.
- Mehr Platz im Schaltschrank
- Einfachere Anordnung mehrerer Umrichter nebeneinander
- weniger Aufwand bei Erweiterung oder Austausch
Bitte beachten Sie: Kompakter bedeutet nicht automatisch, dass er auf die gleichen Befestigungslöcher passt. Bei einem Austausch muss die Einbaugröße immer überprüft werden.
Unterstützung für IM- und PM-Motoren
Der VFD-E ist vor allem als kompakter Frequenzumrichter für Standard-Induktionsmotoren bekannt. Der MS300 unterstützt die Open-Loop-Regelung sowohl von IM- als auch von PM-Motoren.
Dadurch ist der MS300 vielseitiger einsetzbar. Zum Beispiel bei kompakten Maschinen, bei Nachrüstungsprojekten oder in Anwendungen, in denen ein energieeffizienterer PM-Motor zum Einsatz kommt.
STO serienmäßig verfügbar
Der MS300 verfügt über „Safe Torque Off“ (STO). Dies ist ein wichtiger Unterschied bei Maschinen, bei denen Sicherheitskreise eine Rolle spielen. Mit STO kann das Drehmoment sicher abgeschaltet werden, ohne dass die Versorgungsspannung zum Umrichter immer unterbrochen werden muss.
Für Maschinenbauer und Ingenieure ist dies vor allem praktisch bei:
- Not-Aus-Schaltkreisen
- Schutzvorrichtungen
- Wartungsmodi
- CE-Anpassungen oder Überarbeitungen
Die genaue Anwendung hängt von der Sicherheitsauslegung der Maschine ab. STO ist kein eigenständiges Sicherheitssystem.
Weitere Kommunikationsmöglichkeiten
Der VFD-E verfügte über optionale Feldbusmodule, unter anderem für DeviceNet, Profibus, LonWorks und CANopen.
Der MS300 verfügt über einen integrierten Kommunikationssteckplatz für verschiedene Kommunikationskarten, unter anderem für CANopen, Profibus, DeviceNet, MODBUS TCP und EtherNet/IP.
Maschinen werden häufig mit SPSen, HMIs, Datenerfassungs- oder Wartungssystemen verbunden. In diesem Fall möchte man nicht nur Start/Stopp und analoge Sollwerte, sondern auch Fehlercodes, Status, Strom, Frequenz und Parameter auslesen können.
USB zum Parametrieren und Kopieren
Der MS300 verfügt über einen USB-Anschluss, über den Parameter einfach hoch- und heruntergeladen werden können, ohne dass der Regler an das Stromnetz angeschlossen sein muss.
Das spart Zeit bei der Serienfertigung, beim Service und beim Austausch. Parameter lassen sich schneller kopieren oder überprüfen; bei mehreren identischen Maschinen muss nicht alles manuell über das Tastenfeld eingestellt werden.
Das Tastenfeld gehört beim MS300 zur Standardausstattung. Beim VFD-E war dies ein Zusatzartikel.
Die integrierte SPS-Funktion bleibt erhalten
Der VFD-E verfügte über eine integrierte SPS-Funktion für einfache Kontaktplanlogik. Der MS300 verfügt über eine integrierte SPS-Funktion mit einer Kapazität von 2K Steps.
Das ist praktisch für kleine lokale Funktionen. Denken Sie dabei an einfache Schaltlogik, eine Startbedingung, einen Timer oder eine Pumpen-/Lüfterfunktion ohne separate kleine SPS.
Für komplexere Maschinensteuerungen ist eine separate SPS in der Regel übersichtlicher.
Höhere Überlastfähigkeit und integrierter Bremschopper
Der MS300 verfügt über ein Dual-Rating-Design: 120 % für 60 Sekunden im Normalbetrieb und 150 % für 60 Sekunden im Schwerlastbetrieb. Außerdem ist der Bremschopper integriert.
Dies ist bei Anwendungen mit höheren Anlaufmomenten oder Bremsenergie relevant. Denken Sie dabei an Transport, Holzbearbeitung, Verpackungsmaschinen oder Maschinen mit kurzen Zykluszeiten.
Prüfen Sie jedoch immer, ob ein externer Bremswiderstand erforderlich ist. Dies hängt von der Last, der Zykluszeit und der Bremszeit ab.
Höhere Frequenzbereiche möglich
Der VFD-E hat eine Ausgangsfrequenz von 0,1 bis 600 Hz.
Die MS300-Standardmodelle reichen bis 599 Hz. Die High-Speed-Modelle erreichen im V/f-Regelbetrieb bis zu 1500 Hz.
Für Standardanwendungen macht das kaum einen Unterschied. Bei speziellen Spindeln oder Anwendungen mit hohen Drehzahlen kann dies jedoch relevant sein. Wichtig sind dabei der Motortyp, die Kühlung, die Lagerung und die Anwendung.
Was ist beim Austausch zu beachten?
Beim Austausch eines VFD-E durch einen MS300 sollten Sie mindestens Folgendes überprüfen:
- Versorgungsspannung
- Motorleistung und Nennstrom des Motors
- Überlast, Zykluszeit und Bremsverhalten
- Einbaumaße
- Kühlung und Freiraum im Schaltschrank
- E/A-Anschlüsse
- Parametereinstellungen
- Kommunikationsprotokoll
- EMV-Filter und Verkabelung
- Sicherheitsfunktion, insbesondere bei STO
- vorhandenes Zubehör wie Tastatur, Erweiterungskarten und Bremswiderstand
Wann ist der MS300 ein guter Ersatz?
Der MS300 ist vor allem im kompakten Maschinenbau und bei Nachrüstungen sinnvoll, bei denen zuvor der VFD-E zum Einsatz kam.
Beispiele hierfür sind:
- Förderbänder
- kleine Pumpen
- Ventilatoren
- Verpackungsmaschinen
- Holzbearbeitungsmaschinen
- einfache Maschinenwellen
- Anwendungen mit Standard-Motorsteuerung
- Anlagen, bei denen eine Kommunikation mit SPS oder HMI gewünscht ist
Für anspruchsvolle Anwendungen, hohe Dynamik oder spezifische Prozesssteuerung ist möglicherweise eine andere Delta-Baureihe besser geeignet. Zum Beispiel C2000 oder MH300. Das hängt von der jeweiligen Anwendung ab.
| Bauteil | VFD-E (End of Life) | MS300 |
| Motorsteuerung | Vor allem IM-Anwendungen | IM- und PM-Motoren |
| Bauform | Kompakt, modular | Bis zu 40 % kleiner als frühere Antriebe |
| SPS-Funktion | Integriert | Integriert, 2K-Schritte |
| Sicherheit | Kein STO | STO, SIL2/PLd |
| Kommunikation | Optionale Feldbusmodule | Kommunikationssteckplatz für verschiedene Kommunikationsprotokolle |
| USB | Nicht | USB für Upload/Download |
| Bremschopper | Je nach Ausführung | Integriert |
Hilfe bei der Auswahl oder dem Austausch
Beim Austausch eines VFD-E ist es wichtig, nicht nur auf die Typennummer zu achten. Wir prüfen gerne zunächst, welche Funktion der Regler in der Maschine erfüllt.
Was benötigen wir dafür:
- Typennummer des aktuellen VFD-E
- Motordaten vom Typenschild
- Versorgungsspannung
- Einsatzbereich der Maschine
- verwendete E/A
- ggf. Kommunikationsprotokoll
- Foto der Anschlüsse oder des Schaltplans
- aktuelle Parameterliste, sofern verfügbar
Anhand dieser Angaben können wir ermitteln, welche MS300-Ausführung geeignet ist und wo Anpassungen an der Verkabelung oder den Parametern erforderlich sind.
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